Eine Grünbrücke für Wildtiere im Schifferstadter Wald

Verkehr auf der A61

Die A 61 wird zwischen Landesgrenze zu Baden-Württemberg (Rheinbrücke bei Speyer) und dem Mutterstadter Kreuz um zwei auf sechs Fahrspuren verbreitert. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) hat als Ausgleichsmaßnahme eine Grünbrücke im Bereich des Schifferstadter Waldes gefordert. Der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz und die SPD-Landesregierung hat dieses Anliegen klar und deutlich abgelehnt, da es sich hier nur um eine Verbreiterung der bestehenden Autobahn und nicht um einen Neubau handelt. Dieser Bescheid ist mehr als enttäuschend. Man ist nicht bereit, die Sünden der Vergangenheit gutzumachen. Die meisten Tierarten im Forstgebiet vom Pfälzer Wald über den Ordenswald bis nach Schifferstadt, dem Speyerbachschwemmkegel, waren in diesem Bereich schon vor dem Bau der Autobahn A 61 und gehören genauso zu unserem kulturellen Erbe wie beispielsweise der Speyerer Dom.

Die Stadt Schifferstadt als Grundeigentümer ist für das Grünbrückenprojekt. Anlässlich der Anhörung hat das auch der Bürgermeister der Stadt, Klaus Sattel, nochmals betont. Die Grundstücke für das Bauwerk würden kostenlos zur Verfügung gestellt, wenn die Stadt diese weiterhin forstlich nutzen kann. Der Beschluss war parteiübergreifend einstimmig.

Das Gebiet um Schifferstadt ist zwischen Rhein und Hunsrück die einzige Stelle an der der Wald bis an die A 61 heranreicht und sie beidseitig begleitet. Damit ist hier ein unschätzbarer Biotopverbund zwischen dem Pfälzerwald, den Rheinauen und weiter bis zum Odenwald möglich.

Verkehr auf der A61

Südwestlich der A 61 ist mittlerweile die Wildkatze heimisch. Sie wurde inzwischen mehrfach bestätigt. 2007 wurde dort erstmals ein Geheck (Jungtiere) beobachtet. 2011 wurde nun auch ein genetischer Nachweis erbracht. Über die A 61 hat sie es bisher scheinbar nicht geschafft. Eine tote Wildkatze wurde bereits im Rhein-Pfalz-Kreis von der Autobahn geborgen. Seit Bau der A 61 werden im Schifferstadter Wald wertvolle FFH-Biotope zerschnitten, in dem so schützenswerte Reptilien wie z. B. die Schlingnatter existieren.

Die A 61 trennt die bedeutende Biotopverbindungsachse Pfälzer Wald - Rheinniederung. Die Zerschneidung des sensiblen Waldgebiets (NATURA-2000-Gebiet) hat erhebliche negative Auswirkungen auf die Lebensräume. Die genetische Isolation und die Verinselung von Populationen gefährden massiv den Bestand unserer heimischen Tierwelt. Zur Abmilderung des Trennungseffektes fordern wir eine Grünbrücke. Wir, BUND, NABU, Naturfreunde, Pfälzerwaldverein, Landesverband Deutscher Wald, GNOR und DJV (mit dem Jagd-Team Schifferstadt), rufen nun alle Naturfreunde zur Unterstützung auf. Bei einer gemeinsamen "Aktion Grünbrücke für Schifferstadt" haben wir bereits über 4.000 Unterschriften gesammelt und der Landesregierung übergeben. Grünbrücken erlauben es Wildtieren, Barrieren - wie sie beispielsweise die A 61 darstellt - gefahrlos zu überwinden. So wird einer genetischen Verarmung im Tierreich beispielhaft entgegengewirkt.

Mittlerweile haben viele Bundes- und Landtagsabgeordnete und auch Kommunalpolitiker ihre Unterstützung zugesagt und auch teilweise bereits Verbindung mit dem Bundesminister für Verkehr aufgenommen.